top of page

Bis zum Muskelversagen trainieren? Was die Studien für Unternehmer mit wenig Zeit wirklich zeigen

Unternehmer beim Krafttraining nahe am Muskelversagen im Private Gym in Adliswil

Du stehst um 06:15 Uhr im Gym. Du hast 45 Minuten, bevor der erste Call startet.

Du machst deine Sätze, du schwitzt, du gehst zufrieden nach Hause. Und trotzdem sieht dein Körper nach sechs Monaten fast gleich aus wie am ersten Tag.

Das ist kein Motivationsproblem. In den allermeisten Fällen, die wir im Private Gym in Adliswil sehen, ist es ein Intensitätsproblem: Du trainierst zu weit weg vom Muskelversagen – und kompensierst das mit Zeit, die du eigentlich nicht hast.

Gleichzeitig kursiert im Internet die gegenteilige Botschaft: "Jeder Satz bis zum Versagen, sonst zählt er nicht." Auch das ist falsch – und für eine Führungskraft mit vollem Kalender sogar kontraproduktiv.

Die Studienlage der letzten Jahre ist inzwischen erstaunlich klar. Sie zeigt: Es gibt einen schmalen Korridor, in dem dein Training maximal wirksam und gleichzeitig maximal zeiteffizient ist. Diesen Korridor zu treffen, ist der wichtigste Hebel, den du als Unternehmer hast.

Dieser Artikel zeigt dir, wo dieser Korridor liegt, warum du ihn ohne Fremdkontrolle fast sicher verfehlst – und wie du ihn ab morgen triffst.

Griff an der Langhantel: Trainingsintensität und Wiederholungen in Reserve im Private Gym Adliswil

Das Hauptproblem: Du hältst dich für härter, als du trainierst

Es gibt eine Zahl, die fast jede Diskussion über Trainingsintensität beendet.

Ein Forschungsteam um James Steele und Israel Halperin hat 2022 in einer Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse ausgewertet, welche Lasten Trainierende wählen, wenn man sie selbst entscheiden lässt. Über 18 Studien und 368 Teilnehmende hinweg lag das Ergebnis bei durchschnittlich 53 Prozent des Einwiederholungsmaximums (Steele et al., 2022).

53 Prozent. Also gut die Hälfte dessen, was du einmal bewegen könntest.

Eine zweite Untersuchung hat das direkt im Gym überprüft. Trainierende wurden gebeten, das Gewicht zu nehmen, mit dem sie üblicherweise 10 Wiederholungen machen – und dann bis zur echten Erschöpfung weiterzumachen. Die Mehrheit schaffte deutlich mehr als die geplanten 10 Wiederholungen. Die Trainingsroutinen waren, so das Fazit der Autoren, schlicht nicht mit einem hohen Anstrengungsgrad vereinbar (Barbosa-Netto et al., 2021).

Das ist der Kern des Problems bei den meisten Unternehmern, Geschäftsführern und Selbstständigen, die zu uns nach Adliswil kommen. Sie sind diszipliniert. Sie erscheinen zuverlässig. Sie führen Teams, verhandeln Millionenbeträge und halten Deadlines.

Und dann legen sie im Gym eine Last auf, die ihr Nervensystem nicht ernst nimmt.

Der Grund ist banal: Ohne externen Massstab hast du keine Referenz dafür, was "nah am Limit" objektiv bedeutet. Du hast nur dein Gefühl. Und dein Gefühl liegt daneben – dazu gleich mehr.

Die wissenschaftliche Erklärung: Was "Muskelversagen" wirklich bewirkt

Bevor wir in die Daten gehen, zwei Begriffe, die du brauchst.

Muskelversagen (im Englischen momentary muscular failure) heisst: Du kannst trotz maximaler Anstrengung keine weitere saubere Wiederholung mehr ausführen. Der Satz endet, weil der Muskel nicht mehr kann – nicht, weil du aufhörst.

RIR (Reps in Reserve) beschreibt, wie viele Wiederholungen du am Satzende noch im Tank hattest. 2 RIR heisst: Du hättest noch zwei geschafft. 0 RIR ist gleichbedeutend mit Muskelversagen.

Die entscheidende Frage lautet also nicht "trainieren oder nicht", sondern: Wie viele Wiederholungen darfst du liegen lassen, ohne Resultate zu verlieren?

Für Kraft ist Muskelversagen kein Vorteil

Jozo Grgic und Brad Schoenfeld haben 2022 im Journal of Sport and Health Science eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse über 15 Studien veröffentlicht. Ergebnis: Zwischen Training bis zum Muskelversagen und Training ohne Muskelversagen gab es keinen signifikanten Unterschied – weder bei der Maximalkraft noch beim Muskelwachstum (Grgic et al., 2022).

Interessanter Nebenbefund: Wurde das Trainingsvolumen zwischen den Gruppen nicht angeglichen, schnitt das Training ohne Versagen bei der Kraft sogar signifikant besser ab.

Eine umfangreiche Serie von Meta-Regressionen aus dem Jahr 2024 bestätigt das Muster. Robinson und Kollegen analysierten 55 Hypertrophie- und 67 Kraftstudien und fanden: Die Nähe zum Muskelversagen beeinflusst die Kraftentwicklung praktisch nicht (Robinson et al., 2024).

Für dich als Führungskraft bedeutet das: Wenn dein Ziel Kraft, Belastbarkeit und ein stabiler Rücken sind, musst du dich nie in die Nähe des Kollapses trainieren. Schwer und sauber genügt.

Für Muskelaufbau zählt die Nähe – aber nicht das Versagen selbst

Beim Muskelwachstum sieht die Sache anders aus. Dieselbe Meta-Regression zeigte: Je näher die Sätze ans Versagen geführt werden, desto grösser fällt die Hypertrophie aus (Robinson et al., 2024).

Das klingt zunächst nach einem Freifahrtschein für den letzten brutalen Satz. Ist es aber nicht.

Denn eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse von Refalo und Kollegen aus dem Jahr 2023 fand keine Evidenz dafür, dass Training bis zum Muskelversagen dem Training ohne Muskelversagen beim Muskelaufbau überlegen ist (Refalo et al., 2023).

Wie passt das zusammen? So: Die Kurve steigt – aber sie flacht im letzten Abschnitt ab. Der Unterschied zwischen 5 RIR und 2 RIR ist gross. Der Unterschied zwischen 2 RIR und 0 RIR ist klein bis nicht messbar.

Genau das hat dieselbe Arbeitsgruppe 2024 in einer kontrollierten Studie überprüft. 26 trainierte Männer und Frauen absolvierten acht Wochen lang ein einseitiges Beintraining: ein Bein bis zum Muskelversagen, das andere Bein mit 1 bis 2 Wiederholungen in Reserve. Das Ergebnis: vergleichbares Muskelwachstum im Quadrizeps in beiden Beinen – bei höherer wahrgenommener Anstrengung und Ermüdung im Versagens-Bein (Refalo et al., 2024).

Anders gesagt: Die letzten ein bis zwei Wiederholungen kosten dich viel und bringen dir wenig.

Warum dein Gefühl für "nah am Limit" systematisch danebenliegt

Jetzt kommt der Haken. Die ganze Logik von "stoppe bei 1–2 RIR" funktioniert nur, wenn du einschätzen kannst, wo diese Grenze liegt.

Kannst du nicht. Und zwar unabhängig von deiner Trainingserfahrung.

Halperin und Kollegen werteten 2022 zwölf Studien mit 414 Teilnehmenden aus. Im Mittel unterschätzten die Teilnehmenden die Anzahl der noch möglichen Wiederholungen um rund eine Wiederholung – mit erheblicher Streuung zwischen den Studien. Die Genauigkeit verbesserte sich, je näher die Schätzung am Satzende erfolgte und je schwerer die Last war. Der Trainingsstatus hatte praktisch keinen Einfluss (Halperin et al., 2022).

Merke dir diesen Satz: Auch erfahrene Trainierende liegen bei der Selbsteinschätzung daneben.

Wenn du also glaubst, du hörst bei 2 RIR auf, landest du in der Praxis oft bei 4, 5 oder 6 RIR – und damit in dem Bereich, in dem die Kurve deutlich abfällt. Das ist der stille Grund, warum Selbsttraining bei intelligenten, disziplinierten Menschen so oft nicht funktioniert.

Der Preis der letzten Wiederholung: Ermüdung, die du dir nicht leisten kannst

Ermüdung ist keine Nebensache, wenn dein Kalender um 08:00 Uhr wieder losgeht.

Fernando Pareja-Blanco und Kollegen verglichen 2017 acht Wochen Kniebeugetraining mit zwei unterschiedlichen Abbruchkriterien: 20 Prozent Geschwindigkeitsverlust pro Satz (früher Abbruch, weit weg vom Versagen) versus 40 Prozent Geschwindigkeitsverlust (nah am Versagen).

Die Gruppe mit dem frühen Abbruch absolvierte über die acht Wochen etwa halb so viele Wiederholungen – und erzielte vergleichbare Kraftzuwächse, bei besserer Sprung- und Sprintleistung und geringerer Ermüdung. Die Gruppe mit dem späten Abbruch hatte leichte Vorteile beim Muskelquerschnitt (Pareja-Blanco et al., 2017).

Halb so viel Arbeit für praktisch dieselbe Kraft. Für einen Geschäftsführer, der zwischen Zürich Enge, Baar und Wollerau pendelt, ist das keine akademische Feinheit, sondern der Unterschied zwischen "Training passt in mein Leben" und "Training frisst meine Leistungsfähigkeit".

Dazu kommt der psychologische Preis. Eine Untersuchung von Refalo und Kollegen aus dem Jahr 2025 zeigte, dass Sätze näher am Muskelversagen mit deutlich höherem wahrgenommenem Aufwand und Unbehagen einhergehen (Refalo et al., 2025). Unbehagen ist der zuverlässigste Vorhersagewert für Trainingsabbrüche. Wer sich jede Einheit ruiniert, hört irgendwann auf.

Infografik: Muskelversagen und Wiederholungen in Reserve – Evidenz für Unternehmer, Progressive Sports Adliswil

Praxis: Was das bei Unternehmern im Alltag verändert

Der Geschäftsführer aus Thalwil, der zu leicht trainierte.

Vier Trainings pro Woche, 15 Monate lang, keine sichtbare Veränderung. Beim ersten Test im Private Gym stellte sich heraus: Er beendete seine Sätze im Schnitt bei 5 bis 6 Wiederholungen in Reserve – obwohl er überzeugt war, "am Limit" zu trainieren. Nach der Umstellung auf zwei bis drei Einheiten pro Woche mit klarer Lastvorgabe und 1–2 RIR auf den letzten Sätzen stiegen seine Arbeitsgewichte innerhalb von zwölf Wochen deutlich – bei weniger Trainingszeit als vorher.

Die Selbstständige aus Horgen, die zu hart trainierte.

Der umgekehrte Fall. Jeder Satz bis zum Versagen, jeden Tag, dazu 60-Stunden-Wochen. Ergebnis: chronische Schulterbeschwerden, schlechter Schlaf, stagnierende Kraft. Die Lösung war Reduktion, nicht Steigerung: Versagen nur noch auf dem letzten Satz einer Übung und ausschliesslich bei Maschinen und Isolationsübungen. Innerhalb von acht Wochen stabilisierte sich die Regeneration – und die Kraftwerte stiegen wieder.

Der Unternehmer mit 70-Prozent-Reisetätigkeit.

Sein Problem war nicht Intensität, sondern Planbarkeit. Die Lösung: ein Minimalprotokoll aus drei Grundübungen, harte Sätze bei 1–2 RIR, 35 Minuten. Genau das, was die Literatur zum zeiteffizienten Krafttraining empfiehlt – Priorität auf mehrgelenkige Grundübungen statt auf Übungsvielfalt (Iversen et al., 2021).

Was alle drei Fälle verbindet: Keiner von ihnen hätte die richtige Dosis allein gefunden. Nicht aus Mangel an Wissen, sondern weil die Selbsteinschätzung der Anstrengung nachweislich unzuverlässig ist. Genau dafür existiert Personal Training – als externer Massstab, nicht als Motivationsdienstleistung.

Coach von Progressive Sports kontrolliert die Trainingsintensität einer Führungskraft in Adliswil

Die häufigsten Fehler

Fehler 1: Jeden Satz bis zum Versagen ziehen.

Du sammelst maximale Ermüdung für minimalen Zusatznutzen. Die Meta-Analysen zeigen keinen Vorteil gegenüber Sätzen mit 1–2 RIR (Refalo et al., 2023; Grgic et al., 2022).

Fehler 2: Versagen bei Kniebeugen und Kreuzheben.

Bei schweren Grundübungen mit freier Hantel steigt mit der Ermüdung das Risiko für Technikverlust. Versagen gehört an die Maschine oder in die Isolationsübung – nicht unter eine 120-Kilo-Langhantel um 06:30 Uhr ohne Spotter.

Fehler 3: Die Reserve schätzen, statt sie zu messen.

Wer nicht mitschreibt, wiederholt jahrelang dieselbe Last. Ohne Protokoll gibt es keine progressive Steigerung – und ohne Steigerung kein Resultat.

Fehler 4: Intensität mit Erschöpfung verwechseln.

Ausser Atem sein ist kein Beweis für einen wirksamen Reiz. Ein sauberer Satz mit hoher Last und 1 RIR ist wirksamer als 20 hektische Wiederholungen mit halbem Gewicht.

Fehler 5: Zu viel Volumen bei zu wenig Anstrengung.

Das ist die klassische Unternehmerfalle: fünf Einheiten pro Woche, alle bei 5 RIR. Du zahlst mit Zeit – dem einzigen Rohstoff, den du nicht nachkaufen kannst.

Fehler 6: Die letzte Wiederholung mit Schwung retten.

Sobald die Technik zusammenbricht, ist der Satz vorbei. Was danach kommt, ist keine Trainingswirkung, sondern Verletzungsrisiko.

Dein konkreter Umsetzungsplan

Acht Schritte. Umsetzbar ab der nächsten Einheit.

  • Schritt 1 – Bestimme deinen Ist-Zustand. Wähle eine sichere Maschine (z. B. Beinpresse oder Brustpresse). Nimm dein übliches "10er-Gewicht" und mach so viele saubere Wiederholungen wie möglich. Schaffst du 15 oder mehr, trainierst du im Alltag deutlich zu leicht.

  • Schritt 2 – Setze den Zielkorridor. Plane deine Arbeitssätze auf 1 bis 3 Wiederholungen in Reserve. Das ist der Bereich mit dem besten Verhältnis aus Wirkung und Ermüdung.

  • Schritt 3 – Reserviere das Muskelversagen. Maximal ein Satz pro Übung, und nur bei Maschinen oder Isolationsübungen. Grundübungen mit freier Hantel bleiben bei 2 RIR.

  • Schritt 4 – Reduziere die Übungsauswahl. Ein Beinpressen oder Kniebeugen, ein Ziehen, ein Drücken. Drei bis fünf Übungen pro Einheit reichen für zeiteffizientes Krafttraining (Iversen et al., 2021).

  • Schritt 5 – Trainiere zwei- bis dreimal pro Woche. Mehr ist für Kraft und Muskelmasse nicht nötig, wenn die Intensität stimmt.

  • Schritt 6 – Protokolliere jede Einheit. Übung, Gewicht, Wiederholungen, geschätzte RIR. Ohne diese vier Werte gibt es keine Progression.

  • Schritt 7 – Steigere systematisch. Erreichst du in allen Sätzen das obere Wiederholungsziel bei 2 RIR, erhöhe beim nächsten Mal die Last um 2 bis 5 Prozent.

  • Schritt 8 – Lass die Intensität extern prüfen. Weil die Selbsteinschätzung nachweislich ungenau ist (Halperin et al., 2022), ist ein Coach an mindestens einer Einheit pro Woche der wirksamste Korrekturmechanismus, den es gibt.

Wenn du diesen Plan strukturiert und mit messbarer Progression umsetzen willst, ist unser Executive Coaching genau dafür gebaut – kombiniert mit Ernährungscoaching, damit der Reiz im Training auch in Muskelmasse umgesetzt wird.

FAQ

Muss ich als Anfänger überhaupt bis zum Muskelversagen trainieren?

Nein – und du solltest es sogar bewusst vermeiden. In den ersten Monaten reagiert dein Körper stark auf jeden ungewohnten Reiz. Eine Meta-Analyse zur minimalen wirksamen Trainingsdosis zeigt, dass bereits ein einzelner Satz mit 6 bis 12 Wiederholungen bei 70 bis 85 Prozent der Maximallast, zwei- bis dreimal pro Woche über 8 bis 12 Wochen, statistisch signifikante Kraftzuwächse erzeugt (Androulakis-Korakakis et al., 2020). Deine Priorität als Einsteiger ist Technik, nicht Erschöpfung. Wer in der ersten Phase ins Muskelversagen geht, riskiert Ausweichbewegungen, die sich als Muster festsetzen – und die später mühsam korrigiert werden müssen. Lerne zuerst, eine Kniebeuge und ein Rudern sauber zu bewegen. Die Intensität kommt danach, und zwar schneller, als du denkst.

Ich bin 48 und habe wenig Zeit. Wie hart soll ich trainieren?

Hart genug, dass die letzten zwei bis drei Wiederholungen deutlich langsamer werden – aber nicht so hart, dass du danach zwei Tage neben dir stehst. Der Korridor von 1 bis 3 RIR ist genau dafür gemacht. Er liefert nahezu den vollen Reiz bei deutlich reduzierter Ermüdung (Refalo et al., 2024). Für dich als Führungskraft ist das entscheidend: Deine kognitive Leistungsfähigkeit am Nachmittag ist Teil deiner Trainingsplanung. Ein Training, das dich für den Rest des Tages ausser Gefecht setzt, ist unabhängig von der Muskelwirkung ein schlechtes Geschäft. Zwei bis drei fokussierte Einheiten pro Woche mit hoher Qualität schlagen fünf halbherzige Besuche zuverlässig.

Wie erkenne ich objektiv, dass ich nah am Muskelversagen bin?

Der verlässlichste Marker im Alltag ist die Bewegungsgeschwindigkeit. Solange sich die Wiederholungen gleichmässig schnell anfühlen, bist du weit weg. Sobald die konzentrische Phase – also der Weg gegen die Schwerkraft – deutlich langsamer wird, obwohl du maximal drückst, bist du im Zielbereich. Genau dieses Prinzip nutzen geschwindigkeitsbasierte Trainingsmethoden (Pareja-Blanco et al., 2017). Zweiter Marker: unwillkürliche Technikveränderung. Wenn dein Rücken bei der letzten Wiederholung zu runden beginnt oder eine Schulter nach vorne kippt, war das die letzte gültige Wiederholung. Der dritte und zuverlässigste Marker ist ein Coach, der von aussen zählt, was du gefühlsmässig unterschätzt.

Gilt das auch, wenn ich abnehmen will?

Ja, und dann ist es sogar besonders wichtig. Im Kaloriendefizit ist deine Regenerationsfähigkeit reduziert – dein Körper hat schlicht weniger Energie für Reparaturprozesse. Wer in dieser Phase jeden Satz bis zum Versagen zieht, sammelt Ermüdung schneller, als er sie abbauen kann. Die Aufgabe des Krafttrainings während einer Diät ist nicht, maximale Reize zu setzen, sondern Muskelmasse zu erhalten. Dafür genügt eine hohe Last bei 2 bis 3 RIR. Kombiniert mit ausreichend Protein ist das der wirksamste Schutz davor, dass dein Gewichtsverlust zur Hälfte aus Muskeln besteht.

Ist Muskelversagen gefährlich?

Es kommt darauf an, wo. An einer geführten Maschine, bei einer Bizepsübung oder am Kabelzug ist Muskelversagen unproblematisch – im schlimmsten Fall bleibt das Gewicht stehen. Bei schweren Grundübungen mit freier Hantel, insbesondere Kniebeugen, Bankdrücken ohne Spotter und Kreuzheben, sieht das anders aus. Dort geht mit der Ermüdung zuerst die Technik verloren, und Technikverlust unter hoher Last ist das eigentliche Verletzungsrisiko. Unsere Regel im Private Gym in Adliswil: Versagen nur dort, wo ein Scheitern folgenlos bleibt. Bei allem anderen gilt 2 RIR als harte Obergrenze – auch wenn du dich stark fühlst.

Wie oft soll ich meine Belastung anpassen?

Bei jeder Einheit, in kleinen Schritten. Progressive Belastungssteigerung ist kein monatliches Ereignis, sondern eine kontinuierliche Entscheidung. Die praktikabelste Regel: Wenn du in allen geplanten Sätzen das obere Ende deines Wiederholungsbereichs erreichst und dabei noch bei 2 RIR bist, erhöhst du beim nächsten Mal um 2 bis 5 Prozent. Wenn du unter das untere Ende fällst, bleibt die Last gleich. Diese Mikro-Anpassung ist der Motor, der über zwölf Monate den Unterschied macht – wichtiger als jede Übungsauswahl, jedes Supplement und jede App.

Fazit

Die Debatte "Muskelversagen ja oder nein" ist falsch gestellt.

Die Evidenz sagt: Für Kraft brauchst du das Versagen nicht (Grgic et al., 2022; Robinson et al., 2024). Für Muskelaufbau zählt die Nähe zum Versagen, aber die letzten ein bis zwei Wiederholungen liefern kaum noch Zusatznutzen (Refalo et al., 2023; Refalo et al., 2024). Und der Ermüdungspreis eines Trainings am Anschlag ist für jemanden mit einem 60-Stunden-Kalender schlicht zu hoch (Pareja-Blanco et al., 2017).

Dein Zielkorridor lautet: 1 bis 3 Wiederholungen in Reserve, zwei- bis dreimal pro Woche, mit protokollierter Progression.

Die eigentliche Schwierigkeit ist nicht, das zu verstehen. Sie ist, es zu treffen. Denn deine Selbsteinschätzung liegt daneben – unabhängig davon, wie viele Jahre du schon trainierst (Halperin et al., 2022).

Deshalb ist der wirksamste Hebel für einen Unternehmer nicht mehr Willenskraft, sondern ein externer Massstab.

Möchtest du deinen Körperfettanteil reduzieren, Muskeln aufbauen und deine Leistungsfähigkeit steigern – ohne stundenlang im Fitnessstudio zu verbringen?

Dann vereinbare jetzt ein unverbindliches Beratungsgespräch mit Progressive Sports in Adliswil.

✓ Private Gym ✓ Individuelle Betreuung ✓ Messbare Resultate ✓ Speziell für Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte

👉 https://www.progressivesports.ch

Über Progressive Sports

Progressive Sports ist ein Private Gym in Adliswil (Fabrikhof 3, 8134 Adliswil) im Herzen von Zürich Süd. Wir arbeiten mit einer bewusst limitierten Mitgliederzahl, hochwertigem Equipment und 24-Stunden-Zugang.

Unsere Coaches sind mehrfache Natural-Bodybuilding-Champions mit über 15 Jahren Erfahrung in der Betreuung von Unternehmern, Geschäftsführern, Führungskräften und High Performern. Wir betreuen Kundinnen und Kunden aus der gesamten Deutschschweiz – aus Adliswil, Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Langnau am Albis, Horgen, Zürich Wollishofen, Zürich Enge sowie aus Zug, Baar und Wollerau.

Unser Anspruch ist nicht Motivation, sondern Messbarkeit: Wir arbeiten mit objektiven Daten zu Kraft, Körperzusammensetzung und Leistungsfähigkeit – damit du in der knappen Zeit, die du hast, das Maximum herausholst. Vereinbare dein Gespräch direkt über progressivesports.ch.

Wissenschaftliche Quellen

1. Refalo, M. C., Helms, E. R., Trexler, E. T., Hamilton, D. L., & Fyfe, J. J. (2023). Influence of Resistance Training Proximity-to-Failure on Skeletal Muscle Hypertrophy: A Systematic Review with Meta-analysis. Sports Medicine, 53(3), 649–665. https://doi.org/10.1007/s40279-022-01784-y

2. Robinson, Z. P., Pelland, J. C., Remmert, J. F., Refalo, M. C., Jukic, I., Steele, J., & Zourdos, M. C. (2024). Exploring the Dose-Response Relationship Between Estimated Resistance Training Proximity to Failure, Strength Gain, and Muscle Hypertrophy: A Series of Meta-Regressions. Sports Medicine, 54(9), 2209–2231. https://doi.org/10.1007/s40279-024-02069-2

3. Grgic, J., Schoenfeld, B. J., Orazem, J., & Sabol, F. (2022). Effects of resistance training performed to repetition failure or non-failure on muscular strength and hypertrophy: A systematic review and meta-analysis. Journal of Sport and Health Science, 11(2), 202–211. https://doi.org/10.1016/j.jshs.2021.01.007

4. Refalo, M. C., Helms, E. R., Robinson, Z. P., Hamilton, D. L., & Fyfe, J. J. (2024). Similar muscle hypertrophy following eight weeks of resistance training to momentary muscular failure or with repetitions-in-reserve in resistance-trained individuals. Journal of Sports Sciences. https://doi.org/10.1080/02640414.2024.2321021

5. Pareja-Blanco, F., Rodríguez-Rosell, D., Sánchez-Medina, L., et al. (2017). Effects of velocity loss during resistance training on athletic performance, strength gains and muscle adaptations. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports, 27(7), 724–735. https://doi.org/10.1111/sms.12678

6. Halperin, I., Malleron, T., Har-Nir, I., Androulakis-Korakakis, P., Wolf, M., Fisher, J., & Steele, J. (2022). Accuracy in Predicting Repetitions to Task Failure in Resistance Exercise: A Scoping Review and Exploratory Meta-analysis. Sports Medicine, 52(2), 377–390. https://doi.org/10.1007/s40279-021-01559-x

7. Steele, J., Androulakis-Korakakis, P., Carlson, L., et al. (2022). Are Trainees Lifting Heavy Enough? Self-Selected Loads in Resistance Exercise: A Scoping Review and Exploratory Meta-analysis. Sports Medicine. https://doi.org/10.1007/s40279-022-01717-9

8. Barbosa-Netto, S., d'Acelino-e-Porto, O. S., & Almeida, M. B. (2021). Self-Selected Resistance Exercise Load: Implications for Research and Prescription. Journal of Strength and Conditioning Research, 35(Suppl 1), S166–S172. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29112055/

9. Iversen, V. M., Norum, M., Schoenfeld, B. J., & Fimland, M. S. (2021). No Time to Lift? Designing Time-Efficient Training Programs for Strength and Hypertrophy: A Narrative Review. Sports Medicine, 51(10), 2079–2095. https://doi.org/10.1007/s40279-021-01490-1

10. Androulakis-Korakakis, P., Fisher, J. P., & Steele, J. (2020). The Minimum Effective Training Dose Required to Increase 1RM Strength in Resistance-Trained Men: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine, 50(4), 751–765. https://doi.org/10.1007/s40279-019-01236-0

11. Refalo, M. C., Helms, E. R., Robinson, Z. P., Hamilton, D. L., & Fyfe, J. J. (2025). The Effect of Proximity-To-Failure on Perceptual Responses to Resistance Training. European Journal of Sport Science. https://doi.org/10.1002/ejsc.12266

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page