top of page

Ashwagandha für Unternehmer: Was das Anti-Stress-Kraut laut Studien wirklich kann – und wo die Risiken liegen

1. Okt.
12 Min. Lesezeit
Unternehmer im Private Gym in Adliswil – Ashwagandha und Stressabbau im Evidenz-Check

Du sitzt um 23 Uhr noch am Laptop. Der Kopf läuft weiter, obwohl der Körper längst müde ist. Am nächsten Morgen startest du mit Kaffee, Kalender und dem Gefühl, dass der Akku nie ganz voll wird.

Und irgendwo zwischen LinkedIn, Podcast und Instagram taucht immer wieder dasselbe Wort auf: Ashwagandha. Das „Anti-Stress-Kraut", das Cortisol senken, den Schlaf verbessern, Testosteron steigern und sogar beim Muskelaufbau helfen soll.

Klingt nach der perfekten Abkürzung für Unternehmer, Führungskräfte und High Performer mit vollem Kalender. Aber was davon hält einer ehrlichen Prüfung stand?

In diesem Artikel bekommst du den Faktencheck: Was Meta-Analysen und randomisierte Studien wirklich zeigen, wo die Daten dünn werden, welche Risiken gerne verschwiegen werden – und warum das wirksamste „Adaptogen" für deinen Stress immer noch eine Langhantel ist.

Das Hauptproblem: Du willst Stress in Kapselform lösen

Chronischer Stress ist bei Unternehmern kein Ausnahmezustand, sondern Alltag. Lange Tage, Verantwortung für Mitarbeitende, Geschäftsreisen, wenig Schlaf und kaum Zeit für Bewegung. Die Folgen kennst du: Energiemangel, Bauchfett, Gereiztheit, schlechter Schlaf und das Gefühl, nicht mehr so leistungsfähig zu sein wie früher.

Genau hier setzt das Marketing an. Eine Kapsel am Morgen verspricht, was eigentlich Schlaf, Training und Ernährung leisten müssten. Das ist verführerisch, denn eine Kapsel kostet keine Zeit.

Das eigentliche Problem ist nicht Ashwagandha selbst. Das Problem ist die Erwartung. Wer ein Supplement als Ersatz für die Grundlagen nutzt, verschiebt die Lösung – und wundert sich nach drei Monaten, warum sich nichts verändert hat.

Dazu kommt: Ashwagandha ist nicht das harmlose Kräutertee-Produkt, als das es oft verkauft wird. Dänemark hat es 2023 aus Nahrungsergänzungsmitteln verbannt, mehrere europäische Behörden prüfen Einschränkungen. Du solltest also wissen, worauf du dich einlässt.

Wissenschaftliche Erklärung: Was Ashwagandha laut Studien wirklich kann

Ashwagandha (Withania somnifera) ist eine Pflanze aus der ayurvedischen Medizin. In Supplementen wird meist ein Wurzelextrakt verwendet, standardisiert auf sogenannte Withanolide. Die bekanntesten Extrakte heissen KSM-66 oder Shoden. Schauen wir uns die Evidenz Bereich für Bereich an.

Stress und Angst: Der stärkste Bereich – mit Fragezeichen

Die bislang meistzitierte Meta-Analyse stammt von Akhgarjand und Kollegen (2022). Sie fasste 12 randomisierte, kontrollierte Studien mit 1.002 Teilnehmenden zusammen. Ergebnis: Ashwagandha senkte Angst- und Stresswerte deutlich stärker als ein Placebo.

Der optimale Dosisbereich für Stress lag bei 300 bis 600 mg Extrakt pro Tag. Das klingt nach einem klaren Sieg. Doch die Autoren selbst bewerten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz als niedrig. Die Studien waren klein, kurz (meist 6 bis 8 Wochen) und sehr unterschiedlich (Heterogenität I² über 90 %).

Ein weiterer Punkt, den du kennen solltest: Viele dieser Studien wurden mit patentierten Extrakten durchgeführt und von deren Herstellern unterstützt. Das macht die Ergebnisse nicht automatisch falsch, aber es ist ein Grund, sie nüchtern zu lesen.

Cortisol: Messbar tiefer, aber nicht dramatisch

In einer randomisierten Studie von Lopresti und Kollegen (2019) nahmen 60 gestresste, gesunde Erwachsene 60 Tage lang 240 mg Ashwagandha-Extrakt oder ein Placebo. Die Ashwagandha-Gruppe zeigte eine stärkere Senkung des morgendlichen Cortisols und eine signifikante Verbesserung auf der Hamilton-Angstskala.

Interessant ist das Detail: Auf der breiter angelegten Stress-Skala (DASS-21) war der Unterschied zum Placebo nur „nahezu signifikant". Ein tieferer Laborwert ist also nicht automatisch ein spürbar ruhigerer Alltag.

Schlaf: Kleiner Effekt, vor allem bei echter Schlafstörung

Die Meta-Analyse von Cheah und Kollegen (2021) wertete 5 randomisierte Studien mit 400 Teilnehmenden aus. Ashwagandha verbesserte den Schlaf insgesamt nur leicht.

Deutlicher war der Effekt bei Menschen mit diagnostizierter Insomnie, bei Dosierungen ab 600 mg pro Tag und bei einer Einnahme über mindestens 8 Wochen. Wer einfach zu spät ins Bett geht, weil abends noch E-Mails warten, wird mit Ashwagandha wenig gewinnen.

Kraft, Muskelaufbau und Testosteron

Hier wird es für dich als trainierender Unternehmer spannend. In der Studie von Wankhede und Kollegen (2015) trainierten 57 junge Männer 8 Wochen lang Krafttraining. Die Ashwagandha-Gruppe (2 × 300 mg täglich) steigerte ihr Bankdrücken um 46,0 kg, die Placebo-Gruppe um 26,4 kg.

Eine bayesianische Meta-Analyse von Bonilla und Kollegen (2021) mit 12 Studien kam zum Schluss, dass Ashwagandha Kraft, Ausdauer und Erholung mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest leicht verbessert.

Aber Vorsicht bei der Interpretation: Die Teilnehmenden waren meist Trainingsanfänger, die Studien klein und kurz. Bei Anfängern steigt die Kraft ohnehin rasant. Der Kern des Ergebnisses bleibt: Das Training hat den grössten Teil der Arbeit gemacht. Ashwagandha war, wenn überhaupt, das Sahnehäubchen.

Beim Testosteron fand Lopresti (2019) bei übergewichtigen Männern zwischen 40 und 70 Jahren einen Anstieg des Speichel-Testosterons um 14,7 %. Das klingt viel. Doch Energie, Vitalität und Wohlbefinden verbesserten sich in der Ashwagandha- und der Placebo-Gruppe gleich stark. Ein Laborwert hat sich verändert, das Lebensgefühl nicht messbar mehr als beim Placebo.

Die Schattenseite: Leber, Schilddrüse und Regulierung

Ashwagandha ist kein neutraler Tee. Es ist ein biologisch aktiver Pflanzenextrakt – und genau deshalb hat es auch Nebenwirkungen.

Leber: Björnsson und Kollegen (2020) beschrieben Fälle von Ashwagandha-bedingten Leberschäden aus Island und dem US-Netzwerk für arzneimittelbedingte Leberschäden. Die Betroffenen entwickelten nach 2 bis 12 Wochen Gelbsucht, Juckreiz und Übelkeit. Die Werte normalisierten sich nach dem Absetzen innerhalb von 1 bis 5 Monaten.

Eine Fallserie aus Indien (Philips 2023) fand bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung schwere Verläufe bis zum akut-auf-chronischen Leberversagen. Chemische Analysen zeigten dabei keine Verunreinigung – die Schäden gingen also auf die Pflanze selbst zurück. Diese Fälle sind selten, aber real. Und wenn du die Artikel zu Fettleber auf unserem Blog gelesen hast, weisst du: Viele Unternehmer haben eine Leber, die bereits belastet ist, ohne es zu wissen.

Schilddrüse: In einer Studie von Sharma und Kollegen (2018) mit Patienten mit subklinischer Schilddrüsenunterfunktion senkte Ashwagandha das TSH und erhöhte T3 und T4 deutlich. Für diese Gruppe kann das erwünscht sein. Wer aber Schilddrüsenmedikamente nimmt oder eine Überfunktion hat, sollte Ashwagandha nur in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen.

Regulierung: Die Technische Universität Dänemark kam 2020 zum Schluss, dass sich keine sichere Mindestdosis festlegen lässt. Dänemark verbot Ashwagandha daraufhin 2023 in Nahrungsergänzungsmitteln. Die Niederlande raten seit 2024 von der Einnahme ab, auf EU-Ebene wird über ein formelles Prüfverfahren diskutiert. Diese Bewertungen sind umstritten – aber sie zeigen, dass die Langzeitsicherheit nicht abschliessend geklärt ist.

Was nachweislich stärker wirkt: Krafttraining

Jetzt der Vergleich, der in kaum einem Ashwagandha-Artikel steht. Gordon und Kollegen (2017) werteten randomisierte Studien mit 922 Teilnehmenden aus: Krafttraining reduzierte Angstsymptome signifikant. In einer zweiten Meta-Analyse (Gordon 2018, JAMA Psychiatry) mit 33 Studien und 1.877 Teilnehmenden senkte Krafttraining depressive Symptome mit einem moderaten Effekt.

Der entscheidende Unterschied: Krafttraining senkt nicht nur Stresswerte. Es baut Muskeln auf, reduziert Bauchfett, verbessert Blutdruck, Blutzucker und Schlaf – alles gleichzeitig und ohne Fragezeichen bei der Leber. Wenn du nur eine Massnahme gegen Stress wählen kannst, ist die Wahl klar.

Infografik Ashwagandha Evidenz-Check: 12 RCTs, 300–600 mg, Kraftstudie, Leberrisiko – Progressive Sports Adliswil

Praxisbeispiele: Wie Unternehmer mit Ashwagandha umgehen

Die folgenden Szenarien sind typisch für das, was wir im Personal Training in Zürich und Adliswil erleben. Sie sind zur Illustration zusammengefasst und keine Einzelfallberichte.

Szenario 1: Der Geschäftsführer aus Thalwil, 47, mit Schlafproblemen. Er nimmt seit Monaten Ashwagandha, Magnesium und Melatonin, schläft aber weiterhin schlecht. Im Gespräch zeigt sich: Er trinkt nach 16 Uhr noch drei Espressi, arbeitet bis kurz vor dem Schlafen am Bildschirm und trainiert gar nicht. Der erste Hebel ist nicht ein viertes Supplement, sondern Koffein-Stopp, Bildschirm-Cut-off und zwei Krafttrainings pro Woche.

Szenario 2: Die Unternehmerin aus Zug, 52, mit Erschöpfung. Sie hat von einer Freundin gehört, Ashwagandha helfe gegen Stress. Was sie nicht weiss: Sie nimmt Schilddrüsenhormone. Hier ist der richtige Schritt die Rücksprache mit ihrem Arzt, bevor sie irgendetwas einnimmt – und parallel ein strukturierter Trainingsplan, der Energie und Muskulatur aufbaut.

Szenario 3: Der Selbstständige aus Wollerau, 39, mit Trainingsplateau. Er erhofft sich von Ashwagandha mehr Kraft. Sein Training hat jedoch keine Progression, sein Protein liegt bei 70 g pro Tag. Nach Anpassung von Trainingsplan und Ernährungscoaching steigt seine Kraft wieder. Ob er Ashwagandha zusätzlich nimmt, wird zur Nebensache.

Das Muster ist immer gleich: Die Grundlagen bringen 90 % des Ergebnisses. Supplemente können die letzten Prozent optimieren – aber nur, wenn die Basis steht.

Ashwagandha-Wurzel und Wurzelextrakt auf dem Schreibtisch einer Führungskraft – Supplement-Check Progressive Sports Adliswil

Häufige Fehler bei Ashwagandha

  • Ashwagandha statt Schlaf: Kein Extrakt kompensiert 5 Stunden Schlaf pro Nacht. Die Studien zeigen nur kleine Effekte auf den Schlaf.

  • Zu hohe Dosis: Mehr ist nicht besser. Für Stress lag das Optimum in der Meta-Analyse bei 300 bis 600 mg Extrakt pro Tag.

  • Blattextrakte und Mischprodukte: Studien verwenden fast immer Wurzelextrakte. Produkte mit Blättern oder bunten „Stress-Blends" sind nicht das, was untersucht wurde.

  • Dauereinnahme ohne Pause: Die meisten Studien dauerten 6 bis 12 Wochen. Langzeitdaten über Jahre fehlen weitgehend.

  • Medikamente ignorieren: Schilddrüsenmedikamente, Beruhigungsmittel, Blutdruck- und Diabetesmedikamente sowie Immunsuppressiva sind Gründe, vorher ärztlichen Rat einzuholen.

  • Warnzeichen übersehen: Gelbe Haut oder Augen, dunkler Urin, starker Juckreiz oder anhaltende Übelkeit sind ein Grund, sofort abzusetzen und ärztlich abklären zu lassen.

  • Das Training weglassen: Der grösste Fehler. Wer kein Krafttraining macht, verzichtet auf den nachweislich stärksten Hebel gegen Stress, Bauchfett und Leistungsabfall.

Konkreter Umsetzungsplan: Stress senken in 8 Wochen

Dieser Plan priorisiert, was die Evidenz am stärksten stützt. Ashwagandha kommt erst ganz am Schluss – und nur optional.

  • Schritt 1 – Bestandesaufnahme (Woche 1): Notiere eine Woche lang Schlafdauer, Koffeinkonsum, Trainingseinheiten und dein Stressempfinden auf einer Skala von 1 bis 10.

  • Schritt 2 – Krafttraining fix einplanen (ab Woche 1): Zwei bis drei Einheiten à 45 bis 60 Minuten pro Woche, als nicht verschiebbare Termine im Kalender. Grundübungen wie Kniebeuge, Kreuzheben, Drücken und Rudern.

  • Schritt 3 – Schlaffenster schützen (ab Woche 2): Fixe Aufstehzeit, 7 bis 8 Stunden Schlafgelegenheit, Bildschirm-Cut-off 45 Minuten vor dem Schlafen.

  • Schritt 4 – Koffein-Stopp (ab Woche 2): Letzter Kaffee spätestens 8 bis 10 Stunden vor dem Schlafengehen.

  • Schritt 5 – Protein und Mahlzeitenstruktur (ab Woche 3): Etwa 1,6 g Protein pro kg Körpergewicht, verteilt auf 3 bis 4 Mahlzeiten. Das stabilisiert Energie und schützt die Muskulatur.

  • Schritt 6 – Bewegung im Alltag (ab Woche 3): Gehmeetings, Treppe statt Lift, nach 45 Minuten Sitzen kurz aufstehen.

  • Schritt 7 – Zwischenbilanz (Woche 6): Vergleiche Schlaf, Energie und Stresswert mit Woche 1. In den meisten Fällen ist der Effekt bereits deutlich.

  • Schritt 8 – Optional: Ashwagandha testen (Woche 7 bis 14): Nur wenn die Basis steht und keine Kontraindikationen vorliegen. 300 bis 600 mg standardisierter Wurzelextrakt pro Tag, für 8 Wochen, danach Pause und ehrliche Bewertung. Bei Lebererkrankung, Schilddrüsenmedikamenten, Schwangerschaft oder Kinderwunsch: nicht ohne ärztliche Rücksprache.

Personal Trainer coacht Unternehmerin beim rumänischen Kreuzheben im Private Gym Adliswil – Krafttraining gegen Stress

FAQ: Die häufigsten Fragen zu Ashwagandha

Wirkt Ashwagandha wirklich gegen Stress?

Ja, die Studienlage zeigt einen messbaren Effekt. Die Meta-Analyse von Akhgarjand (2022) mit 12 randomisierten Studien und über 1.000 Teilnehmenden fand eine deutliche Reduktion von Stress und Angst im Vergleich zu Placebo. Gleichzeitig bewerten die Autoren die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz als niedrig. Die Studien waren klein, kurz und stark unterschiedlich, und viele wurden mit Herstellerextrakten durchgeführt.

Für dich heisst das: Ashwagandha kann ein kleiner Baustein sein, aber kein Ersatz für die grossen Hebel. Krafttraining hat in grossen Meta-Analysen (Gordon 2017 und 2018) ebenfalls Angst- und Depressionssymptome reduziert – mit dem Vorteil, dass es gleichzeitig Muskelaufbau, Fettabbau und Herz-Kreislauf-Gesundheit fördert. Wenn du wenig Zeit hast, investiere sie zuerst ins Training.

Wie viel Ashwagandha sollte man nehmen?

In den Studien zu Stress lag das Optimum laut Dosis-Wirkungs-Analyse bei 300 bis 600 mg standardisiertem Wurzelextrakt pro Tag. Die Studien zum Schlaf zeigten stärkere Effekte ab 600 mg pro Tag und bei einer Einnahmedauer von mindestens 8 Wochen. Die Kraftstudie von Wankhede (2015) verwendete 2 × 300 mg pro Tag.

Wichtig ist, dass du auf einen standardisierten Wurzelextrakt achtest. Produkte aus Blättern oder Mischungen mit vielen anderen Inhaltsstoffen entsprechen nicht dem, was in den Studien untersucht wurde. Höhere Dosen bringen nach aktuellem Wissensstand keinen zusätzlichen Nutzen für Stress, können aber das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Langzeitdaten über viele Monate oder Jahre sind rar – deshalb ist eine zeitlich begrenzte Einnahme mit anschliessender Pause die vernünftigere Strategie.

Erhöht Ashwagandha das Testosteron?

In einzelnen Studien ja. Lopresti (2019) fand bei übergewichtigen Männern zwischen 40 und 70 Jahren einen Anstieg des Speichel-Testosterons um 14,7 % nach 8 Wochen. Allerdings verbesserten sich Energie, Vitalität und sexuelles Wohlbefinden in der Placebo-Gruppe genauso stark. Der Laborwert hat sich verändert, das spürbare Ergebnis nicht stärker als beim Placebo.

Wenn du dein Testosteron als Unternehmer wirklich verbessern willst, sind die stärksten Hebel bekannt: ausreichend Schlaf, Abbau von Bauchfett, regelmässiges Krafttraining und moderater Alkoholkonsum. Ein Supplement kann diese Faktoren nicht ersetzen. Bei echten Symptomen eines Testosteronmangels gehört die Abklärung in ärztliche Hände, nicht in den Online-Shop.

Hilft Ashwagandha beim Muskelaufbau?

Es gibt Hinweise. In der Studie von Wankhede (2015) steigerten Trainingsanfänger mit Ashwagandha ihr Bankdrücken um 46 kg statt 26 kg in 8 Wochen. Die Meta-Analyse von Bonilla (2021) bestätigt einen wahrscheinlich kleinen positiven Effekt auf Kraft und Erholung.

Die Einschränkungen sind aber erheblich: kleine Studien, junge Männer, wenig Trainingserfahrung, kurze Dauer. Bei Anfängern steigt die Kraft in den ersten Wochen ohnehin stark, weil sich das Nervensystem anpasst. Für erfahrene Trainierende über 40 – also die typische Zielgruppe von Führungskräften – gibt es kaum belastbare Daten. Der entscheidende Faktor für Muskelaufbau bleiben progressive Belastung, ausreichend Protein und genug Erholung. Ashwagandha ist, wenn überhaupt, das letzte Prozent.

Ist Ashwagandha gefährlich für die Leber?

Leberschäden durch Ashwagandha sind selten, aber dokumentiert. Björnsson (2020) beschrieb Fälle mit Gelbsucht und Juckreiz nach 2 bis 12 Wochen Einnahme, die sich nach dem Absetzen innerhalb von 1 bis 5 Monaten erholten. Eine Fallserie aus Indien (Philips 2023) zeigte, dass Menschen mit vorbestehender Lebererkrankung schwere Verläufe entwickeln können.

Das ist besonders relevant für Unternehmer, denn eine nicht diagnostizierte Fettleber ist in dieser Gruppe häufig. Wenn du erhöhte Leberwerte hast, regelmässig Alkohol trinkst oder Medikamente nimmst, die über die Leber abgebaut werden, solltest du Ashwagandha nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Warnzeichen wie gelbliche Haut, dunkler Urin oder starker Juckreiz bedeuten: sofort absetzen und abklären lassen.

Warum ist Ashwagandha in Dänemark verboten?

Die Technische Universität Dänemark (DTU) erstellte 2020 eine Risikobewertung und kam zum Schluss, dass sich keine sichere Mindestdosis festlegen lässt. Genannt wurden mögliche Effekte auf Sexual- und Schilddrüsenhormone, das Immunsystem und das zentrale Nervensystem. Dänemark verbot Ashwagandha daraufhin 2023 in Nahrungsergänzungsmitteln.

Diese Bewertung ist wissenschaftlich umstritten, unter anderem weil nicht klar zwischen Wurzel- und Blattextrakten unterschieden wurde. Trotzdem zeigt sie ein wichtiges Problem: Die Langzeitsicherheit ist nicht abschliessend geklärt. Für dich als gesunde Führungskraft bedeutet das nicht, dass jede Kapsel gefährlich ist. Es bedeutet, dass du Ashwagandha bewusst, zeitlich begrenzt und nur als Ergänzung zu den Grundlagen einsetzen solltest – nicht als Dauerlösung.

Was wirkt besser gegen Stress als Ashwagandha?

Die stärkste und vielseitigste Evidenz hat Bewegung, insbesondere Krafttraining. Die Meta-Analysen von Gordon (2017 und 2018) zeigen, dass Krafttraining Angst- und Depressionssymptome signifikant reduziert. Dazu kommen ausreichend Schlaf, ein vernünftiger Umgang mit Koffein und Alkohol sowie feste Erholungsphasen im Kalender.

Der Vorteil dieser Massnahmen: Sie wirken nicht nur auf ein einzelnes Symptom, sondern auf dein ganzes System – Körperfett, Muskulatur, Blutdruck, Blutzucker, Schlafqualität und mentale Leistungsfähigkeit. Genau deshalb steht bei Progressive Sports in Adliswil das strukturierte Training im Zentrum, ergänzt durch Ernährung und Alltagsstrategien. Supplemente sind bei uns ein Feinschliff, kein Fundament.

Fazit: Ashwagandha ist ein Feinschliff, kein Fundament

Ashwagandha ist kein Wundermittel – aber auch kein reiner Hype. Die Studien zeigen messbare, eher kleine Effekte auf Stress, Angst, Schlaf und Kraft. Gleichzeitig ist die Evidenz von niedriger Qualität, die Langzeitsicherheit offen und seltene, aber ernsthafte Nebenwirkungen an Leber und Schilddrüse sind dokumentiert.

Für Unternehmer und Führungskräfte heisst das: Wenn du dein Stresslevel senken, besser schlafen und leistungsfähiger werden willst, beginne bei den Grundlagen. Krafttraining, Schlaf, Ernährung und Erholung liefern den grössten Teil des Ergebnisses. Ashwagandha kann danach ein Werkzeug sein – bewusst dosiert, zeitlich begrenzt und mit offenen Augen für die Risiken.

Wenn du Unterstützung willst, die Grundlagen in deinen vollen Kalender zu bringen, ist das genau unsere Spezialität: im Private Gym in Adliswil, mit Executive Coaching für Führungskräfte aus Zürich, Kilchberg, Rüschlikon, Horgen, Langnau am Albis, Baar und der ganzen Deutschschweiz.

Möchtest du deinen Körperfettanteil reduzieren, Muskeln aufbauen und deine Leistungsfähigkeit steigern – ohne stundenlang im Fitnessstudio zu verbringen?

Dann vereinbare jetzt ein unverbindliches Beratungsgespräch mit Progressive Sports in Adliswil.

✓ Private Gym ✓ Individuelle Betreuung ✓ Messbare Resultate ✓ Speziell für Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte

Über Progressive Sports

Progressive Sports ist ein Private Gym in Adliswil (Fabrikhof 3, 8134 Adliswil) im Süden von Zürich. Unsere Coaches sind mehrfache Natural-Bodybuilding-Champions mit über 15 Jahren Erfahrung in Krafttraining, Körperfettreduktion und Ernährung.

Wir sind spezialisiert auf Unternehmer, Geschäftsführer, Führungskräfte und Selbstständige, die mit wenig Zeit messbare Resultate erzielen wollen: weniger Körperfett, mehr Muskulatur, mehr Energie und mehr Leistungsfähigkeit im Alltag. Mit 24h-Zugang, limitierter Mitgliederzahl und High-End-Equipment betreuen wir Kundinnen und Kunden aus Zürich Enge, Zürich Wollishofen, Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Horgen, Langnau am Albis, Wollerau, Zug, Baar und der ganzen Deutschschweiz.

Wissenschaftliche Quellen

  • Akhgarjand C, Asoudeh F, Bagheri A, et al. (2022). Does Ashwagandha supplementation have a beneficial effect on the management of anxiety and stress? A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Phytotherapy Research, 36(11), 4115–4124. https://doi.org/10.1002/ptr.7598

  • Lopresti AL, Smith SJ, Malvi H, Kodgule R. (2019). An investigation into the stress-relieving and pharmacological actions of an ashwagandha (Withania somnifera) extract: A randomized, double-blind, placebo-controlled study. Medicine, 98(37), e17186. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6750292/

  • Cheah KL, Norhayati MN, Yaacob LH, Rahman RA. (2021). Effect of Ashwagandha (Withania somnifera) extract on sleep: A systematic review and meta-analysis. PLOS ONE, 16(9), e0257843. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0257843

  • Wankhede S, Langade D, Joshi K, Sinha SR, Bhattacharyya S. (2015). Examining the effect of Withania somnifera supplementation on muscle strength and recovery: a randomized controlled trial. Journal of the International Society of Sports Nutrition, 12, 43. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4658772/

  • Bonilla DA, Moreno Y, Gho C, Petro JL, Odriozola-Martínez A, Kreider RB. (2021). Effects of Ashwagandha (Withania somnifera) on Physical Performance: Systematic Review and Bayesian Meta-Analysis. Journal of Functional Morphology and Kinesiology, 6(1), 20. https://doi.org/10.3390/jfmk6010020

  • Lopresti AL, Drummond PD, Smith SJ. (2019). A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Crossover Study Examining the Hormonal and Vitality Effects of Ashwagandha (Withania somnifera) in Aging, Overweight Males. American Journal of Men's Health, 13(2), 1557988319835985. https://doi.org/10.1177/1557988319835985

  • Sharma AK, Basu I, Singh S. (2018). Efficacy and Safety of Ashwagandha Root Extract in Subclinical Hypothyroid Patients: A Double-Blind, Randomized Placebo-Controlled Trial. Journal of Alternative and Complementary Medicine, 24(3), 243–248. https://doi.org/10.1089/acm.2017.0183

  • Björnsson HK, Björnsson ES, Avula B, et al. (2020). Ashwagandha-induced liver injury: A case series from Iceland and the US Drug-Induced Liver Injury Network. Liver International, 40(4), 825–829. https://doi.org/10.1111/liv.14393

  • Philips CA, Valsan A, Theruvath AH, et al. (2023). Ashwagandha-induced liver injury – A case series from India and literature review. Hepatology Communications, 7(10), e0270. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37756041/

  • Gordon BR, McDowell CP, Lyons M, Herring MP. (2017). The Effects of Resistance Exercise Training on Anxiety: A Meta-Analysis and Meta-Regression Analysis of Randomized Controlled Trials. Sports Medicine, 47(12), 2521–2532. https://doi.org/10.1007/s40279-017-0769-0

  • Gordon BR, McDowell CP, Hallgren M, Meyer JD, Lyons M, Herring MP. (2018). Association of Efficacy of Resistance Exercise Training With Depressive Symptoms: Meta-analysis and Meta-regression Analysis of Randomized Clinical Trials. JAMA Psychiatry, 75(6), 566–576. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6137526/

  • National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases. (2019, aktualisiert). Ashwagandha. In: LiverTox: Clinical and Research Information on Drug-Induced Liver Injury. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK548536/

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page